PressemitteilungenDer 2008 gefasste Stadtratsbeschluss, auf der so genannten Gewandhausfläche westlich der Frauenkirche zehn Jahre lang nicht zu bauen, hat zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt. Die Vorgabe ist planungsrechtlich schwer umsetzbar und hemmt die Entwicklung des Quartiers VI insgesamt. Am Mittwoch steht ein CDU/FDP-Antrag auf der Tagesordnung des Bauausschusses, der darum die Bebauung der Gewandhausfläche faktisch aufgeben will. Dazu erklärt der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion Axel Bergmann:
"Um es vorab klar zu sagen: Auf der Gewandhausfläche kann es gegen den Willen der Dresdner Bevölkerung eine Bebauung im zeitgenössischen Stil nicht geben. Das hat die SPD-Fraktion so vertreten; daran hält sie fest. Es geht aber im Kern meiner Ansicht nach jetzt nicht um eine architektonische, sondern um eine städtebauliche Grundsatzfrage und zwar darum, ob es für den Platz besser ist diese Fläche zu bebauen oder nicht. Ich finde es richtig, diese Grundsatzfrage jetzt zu klären und nicht zehn Jahre lang zu warten.
Ich bin davon überzeugt, dass der Neumarkt durch eine Bebauung der Gewandhausfläche an Attraktivität gewinnen kann. Ein Bau an dieser Stelle würde den Jüdenhof fassen, vor dem Heinrich-Schütz-Haus eine weitere kleinteilige Platzsituation schaffen und dem Neumarkt insgesamt eine angenehmere Maßstäblichkeit geben, so wie sie schon in den Bildern Canalettos deutlich wurde. Hier sei auch auf die Unzufriedenheit mit dem Postplatz und teilweise auch mit dem Altmarkt hingewiesen. Diese hat, glaube ich, viel mit der Größe der Platzanlagen zu tun, in deren Weite man sich leicht verloren vorkommt. Nicht zuletzt ist zu berücksichtigen, dass das Umfeld des Neumarkts vor der Zerstörung 1945 ungleich dichter bebaut und bewohnt war und die Weite eines Platzes heute anders wirkt. Aus diesen Gründen hielte ich es für falsch, die Option auf eine Bebauung an dieser Stelle, so wie es das nach wie vor gültige städtebaulich-gestalterische Konzept für den Neumarkt vorsieht, vorschnell aufzugeben."
Kann man aber die Entwicklungsblockade im Quartier VI überwinden, ohne auf eine Bebauung der Gewandhausfläche zu verzichten? Hierzu hat die Stadtplanung neue Vorschläge erarbeitet, insbesondere den, von der bisherigen Absicht, auf dem Gewandhausareal einen Solitärbau zu errichten, abzugehen und stattdessen das Quartier VI insgesamt zusammenhängend zu bebauen und zwar in der für den Neumarkt typischen Bürgerhausstruktur. Ein anderer Vorschlag sieht das Einfügen einer Gasse vor. Diese Ideen sollten in Ruhe diskutiert und die Realisierungschancen geklärt werden.
Die SPD-Fraktion tritt deshalb dafür ein, die Oberbürgermeisterin damit zu beauftragen, die neuen stadtplanerischen Vorschläge bis Ende des Jahres zu prüfen und deren Umsetzbarkeit darzulegen. Bergmann: "Diese Zeit sollten wir uns nehmen und die Dresdnerinnen und Dresdner in die Diskussion intensiv einbeziehen, bevor wir über die Zukunft des wohl bedeutendsten Platzes in Dresden entscheiden.“
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Pressemitteilung, 30.05.2010
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